Klopps Vorstellung als Bundestrainer: Effenberg kritisiert Abschiedsdrohung

Klopp-Vorstellung: Eine Sache hat Effenberg nicht gepasst

Nach der offiziellen Bestätigung von Jürgen Klopp als neuem Bundestrainer des Deutschen Fußball-Bundes gab es unterschiedliche Reaktionen auf seine erste Pressekonferenz. Während Lothar Matthäus positive Worte fand, äußerte Stefan Effenberg Kritik an einem speziellen Kommentar des neuen Trainers.

Klopp, der am Freitag als Bundestrainer bestätigt wurde, tritt die Nachfolge von Julian Nagelsmann an. Er wird von seinen langjährigen Assistenten Peter Krawietz und Pepijn Lijnders sowie Sven Bender unterstützt. Matthäus lobte insbesondere die Einbindung von Bender, einem ehemaligen Spieler von Klopp bei Borussia Dortmund. Matthäus betonte, dass Bender „nah am Fußball dran“ sei und „sehr seriös“ arbeite. Er gehöre einer anderen Generation an und habe eine eigene Denkweise, was ihm ermögliche, dem fast 22 Jahre älteren Klopp neue Impulse zu geben. Bender sehe den Fußball anders und sei näher an der Spielergeneration, zudem kenne er sich im Nachwuchsfußball sehr gut aus.

Matthäus sieht Vorteile in Klopps Erfahrung

Auch das Engagement des 2014-Weltmeisters Per Mertesacker, der als Direktor der DFB-Akademie tätig ist, wurde von Matthäus positiv hervorgehoben. Er sieht den DFB mit Mertesacker und Bender „gut aufgestellt“. Matthäus hob hervor, dass Klopp im Vergleich zu Nagelsmann, der 20 Jahre jünger ist, mehr Erfahrung mitbringe. Die Kommunikation sei Klopps große Stärke, und er sollte im Umgang mit den Spielern einiges besser machen als sein Vorgänger. Trotzdem mahnte Matthäus nach der Pressekonferenz, dass es nun darauf ankomme, wie die Worte umgesetzt werden. Er betonte, dass Klopp trotz seiner Ausstrahlung, Persönlichkeit und Erfolge an Ergebnissen gemessen werde.

Klopp hat einen Vertrag bis 2030 unterschrieben. Sein erstes Länderspiel als Bundestrainer wird am 24. September in der Nations League gegen die Niederlande stattfinden. Der Start seiner Amtszeit ist für den 15. August angesetzt.

DFB-Pressekonferenz - Vorstellung neuer Bundestrainer
Jürgen Klopp (Mitte) bei seiner Vorstellung als neuer Bundestrainer.© dpa / Florian Wiegand/dpa Credit: web.de

Effenbergs Kritik an Klopps Äußerungen

Nicht alle Kommentare von Klopp bei seinem ersten öffentlichen Auftritt stießen auf uneingeschränkte Zustimmung. Stefan Effenberg kritisierte eine spezielle Äußerung des neuen Bundestrainers. Effenberg bemängelte, dass Klopp bei seiner Vorstellung direkt mit seinem Abschied gedroht habe, sollte seine Familie nicht in Ruhe gelassen werden. „Das hat nicht wirklich gepasst“, bemerkte Effenberg, fügte aber hinzu: „Aber so ist Jürgen Klopp nun mal.“

Klopp hatte auf der Pressekonferenz deutliche Worte an die Medien gerichtet und erklärt: „Wenn ihr euch danebenbenehmt und meine Familie nicht in Ruhe lasst, bin ich weg, um das klarzumachen.“ Matthäus interpretierte diese Aussage auch als einen möglichen Seitenhieb in Richtung Nagelsmann. Er glaubt, dass Klopp nicht zulassen wird, dass zu viel abseits des Beruflichen über ihn berichtet wird, im Gegensatz zu Nagelsmann, der „sehr viel zugelassen“ habe. Matthäus betonte, dass Klopp nicht von diesem Job oder einer Abfindung abhängig sei, was er klar zum Ausdruck gebracht habe.

Die Kritik an Nagelsmann bezog sich unter anderem auf die vermehrte Aufmerksamkeit für sein Privatleben, wie ein Foto mit seiner Frau im DFB-Quartier in Winston-Salem. DFB-Sportdirektor Rudi Völler hatte nach dem Turnier konstatiert, dass dies „nicht optimal“ gewesen sei. Klopp, der 59 Jahre alt ist, wurde am Freitag als Nachfolger von Julian Nagelsmann, der 39 Jahre alt ist, vorgestellt.

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Source: web.de

Niklas Wolf ist Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball, Bundesliga und internationale Wettbewerbe.