Bochum-Wattenscheid: Ansah holt Gold, Lückenkemper durch Zeckenbiss gebremst

Ansah verteidigt Titel trotz Doping-Diskussion
Bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Bochum-Wattenscheid hat Owen Ansah seinen 100-Meter-Titel erfolgreich verteidigt. Der Athlet des Hamburger SV sprintete im Lohrheidestadion in 10,00 Sekunden zu Gold. Diese Zeit lag nur zwei Hundertstelsekunden über seinem deutschen Rekord aus dem Juni.
Ansah, dem eine mögliche mehrjährige Sperre droht, zeigte sich unbeeindruckt von den Diskussionen um einen verweigerten Dopingtest. Er erklärte, dass seine Gedanken auf der Bahn völlig frei seien. Heiko Gussmann aus Wetzlar erreichte in 10,06 Sekunden eine persönliche Bestzeit und sicherte sich den zweiten Platz, gefolgt von Kevin Kranz, ebenfalls aus Wetzlar, mit 10,16 Sekunden.
Ernst triumphiert, Lückenkemper kämpft mit Folgen eines Zeckenbisses
Im 100-Meter-Finale der Frauen gelang der jungen Jolina Ernst ein Erfolg. Sie gewann in 11,26 Sekunden ihren ersten deutschen Meistertitel. Knapp dahinter belegte die U20-Athletin Emma Goretzka aus Berlin den zweiten Platz, ebenfalls mit einer Zeit von 11,26 Sekunden, war aber wenige Tausendstelsekunden langsamer.
Titelverteidigerin Gina Lückenkemper vom SCC Berlin wurde in 11,29 Sekunden Dritte. Lückenkemper berichtete, dass sie in den Wochen vor dem Wettkampf durch die Folgen eines Zeckenbisses im Hinterkopf beeinträchtigt war. Sie hatte sogar eine Absage für die Meisterschaften in Erwägung gezogen und zeigte sich letztlich glücklich über die Bronzemedaille.
Weitere Höhepunkte und EM-Qualifikationen
Im 100-Meter-Hürden-Finale der Frauen stellte Franziska Schuster vom TSV Bayer 04 Leverkusen mit 12,69 Sekunden eine persönliche Bestzeit auf und egalisierte den Meisterschaftsrekord. Auch Rosina Schneider (TV Sulz) als Zweite in 12,81 Sekunden und Lia Flotow (1. LAV Rostock) als Dritte in 12,83 Sekunden zeigten starke Leistungen.
Bei den Männern über 110 Meter Hürden sicherte sich Gregory Minoué von den Tracksrunners Bonn den Sieg in 13,51 Sekunden und erfüllte damit die Bestätigungsnorm für die Europameisterschaften in Birmingham. Manuel Mordi vom Hamburger SV wurde Zweiter in 13,61 Sekunden, während Stefan Volzer vom TSV Bayer 04 Leverkusen den dritten Platz belegte.
Im Weitsprung der Männer überzeugte Simon Batz vom MTG Mannheim. Er verbesserte seine persönliche Bestleistung im fünften Versuch auf 8,29 Meter. Dies war der weiteste Sprung bei einer deutschen Meisterschaft seit 2009. Kevin Brucha (TLV Germaia Überruhr) sprang im letzten Versuch 8,04 Meter und erreichte damit erstmals die 8-Meter-Marke, was ihm Silber einbrachte. Simon Plitzko (TSG Bergedorf) landete mit 8,00 Metern auf dem dritten Platz.

Speerwerfer Julian Weber vom USC Mainz sicherte sich seinen sechsten deutschen Meistertitel in Folge mit einer Weite von 82,60 Metern. Er absolvierte nur vier Versuche. Nick Thumm vom VfB Stuttgart wurde Zweiter mit 81,45 Metern, gefolgt von Max Dehning (LG Offenburg) mit 79,33 Metern.
Im Hochsprung der Männer gewann Tobias Potye von Munich Athletics seinen sechsten Freiluft-Titel in Serie mit übersprungenen 2,15 Metern. Während des Wettkampfs zog er sich eine blutende Kopfwunde zu und musste den Wettkampf abbrechen. Falk Wendrich vom LAZ Soest hatte mehr Fehlversuche bei 2,19 Metern.
Im Diskuswurf der Frauen gewann Shanice Craft vom SV Halle mit einer Saisonbestleistung von 66,18 Metern ihren dritten DM-Titel. Kristin Pudenz (OSC Potsdam) holte Silber mit 64,00 Metern, und Leia Braunagel (Eintracht Frankfurt) belegte den dritten Platz mit 63,15 Metern.
Über 3.000 Meter Hindernis gewann Karl Bebendorf vom Dresdner SC 1898 trotz eines Sturzes seinen siebten Goldtitel in 8:21,01 Minuten. Niklas Buchholz (Franconia Athletics) wurde Zweiter in 8:22,29 Minuten. Im 5.000-Meter-Rennen der Männer siegte Frederik Ruppert (LAV Stadtwerke Tübingen) in 14:08,15 Minuten vor Florian Bremm (Franconia Athletics) in 14:09,03 Minuten.
Die Europameisterschaften in Birmingham finden vom 10. bis 16. August statt.

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Source: sportschau.de