Evenepoel festigt zweiten Gesamtrang bei der Tour de France

Tour de France - Remco Evenepoel in neuer Dimension, Paul Seixas zeigt sich als Champion: Drei Dinge, die auffielen

Evenepoel zeigt Stärke im Hochgebirge

Remco Evenepoel, der belgische Radsportler, hat auf der 20. Etappe der Tour de France seine Fähigkeiten im Hochgebirge unter Beweis gestellt. Entgegen früherer Kritik, er erreiche in Höhen über 2000 Metern seine Grenzen, zeigte er sich auf der Etappe über den Col du Galibier, dem höchsten Punkt der Tour mit 2642 Metern, in starker Form. Er hielt sich mühelos in der fünfköpfigen Favoritengruppe und hatte am Ende der anspruchsvollen Etappe noch Reserven, um die Verfolgung aufzunehmen.

Evenepoel wirkte auf den drei Alpenetappen frischer als viele seiner Konkurrenten und festigte seinen zweiten Gesamtrang. Sein Sportlicher Leiter Klaas Lodewyck hob die Konstanz des Zeitfahr-Weltmeisters hervor. Teamchef Ralph Denk äußerte sich stolz über die Entwicklung seines Neuzugangs, der einen wichtigen Karriereschritt gemacht habe.

Evenepoel selbst äußerte sich ironisch zu seinen Kritikern: „Ich habe einmal mehr bewiesen, dass die ganzen Kommentare und Kritiken nicht richtig waren. Ich war Dritter vor zwei Jahren, bin dieses Jahr Zweiter und habe außerdem auch schon die Spanien-Rundfahrt gewonnen – das ist nicht so schlecht für jemand, der kein Fahrer für große Rundfahrten ist.“

Seixas‘ beeindruckendes Debüt und Carapaz‘ Kampfgeist

Der Teenager Paul Seixas, der jüngste Teilnehmer der Tour seit 1937, absolvierte seine erste dreiwöchige Rundfahrt mit vielversprechenden Leistungen. Trotz anfänglicher Skepsis zeigte er auf der Königsetappe seine Ausdauer und begann erst am letzten Berg der Tour zu schwächeln. Er verlor 1:50 Minuten auf das UAE-Duo und sein Abstand im Gesamtklassement wuchs auf 2:14 Minuten an.

Seixas, Kapitän des Décathlon-Teams, zeigte sich enttäuscht, nicht um das Podium gekämpft zu haben, betonte aber, in einigen Tagen stolz auf seine Leistung zu sein. Seine Einstellung unterstreicht seinen Kampfgeist, und die Erfahrungen der Tour werden ihn voraussichtlich stärker machen.

Richard Carapaz, der Olympiasieger von Tokio, sicherte sich den Sieg auf der letzten Bergetappe und konnte das Bergtrikot verteidigen. Er investierte viel in den ersten Anstiegen, um seine knappe Führung in der Bergwertung vor Tadej Pogacar zu halten. Carapaz war auf jeder der drei Alpenetappen in der Spitzengruppe und wurde von seinem EF-Team unterstützt.

Er beschrieb seinen Kampfgeist während der Tour: „Ich habe so sehr gekämpft in dieser Tour, ich denke, dass ich es verdient habe. Das ganze Rennen war ein Traum, unser Ziel mit jetzt zwei Etappensiegen und diesem Trikot erreicht zu haben, macht mich sehr stolz.“

Tour-Gesamtstand und verkürzte Schlussetappe

Vor der Schlussetappe nach Paris führt Tadej Pogacar das Gesamtklassement mit einem Vorsprung von 6:26 Minuten vor Evenepoel an. Dritter ist Pogacars Teamkollege Isaac del Toro, der 9:42 Minuten zurückliegt. Die Positionen im Gesamtklassement gelten vor der letzten Etappe als weitgehend feststehend, da die Topstars in Paris traditionell nicht mehr um das Gelbe Trikot kämpfen.

Die letzte Etappe der Tour de France am Sonntag wird aufgrund schwerer Waldbrände um 44 Kilometer verkürzt. Das französische Innenministerium hat entschieden, einen Teil der ursprünglich für die Absicherung der Schlussetappe eingeplanten Sicherheitskräfte abzuziehen, um die Einsatzkräfte in den betroffenen Regionen zu unterstützen. Die Strecke der 21. Tour-Etappe wird somit von ursprünglich geplanten 133 km auf 89 km verkürzt.

Remco Evenepoel
Remco Evenepoel Credit: br.de

Evenepoel, der in diesem Jahr zwei Etappen gewinnen konnte, wurde auf der 20. Etappe Zweiter mit 26 Sekunden Rückstand. Pogacar blieb nach Evenepoels Attacke bei seinem Teamkollegen del Toro und zog ihn die letzten Kilometer in Richtung Ziel. Evenepoel strebt am Sonntag seinen dritten Etappensieg bei der 113. Tour an.

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Source: eurosport.de

Niklas Wolf ist Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball, Bundesliga und internationale Wettbewerbe.