Ungarn-Qualifying: Red Bull kämpft mit aerodynamischen Problemen

Verstappens Frustration über Red Bulls Leistung
Max Verstappen äußerte sich vor dem Großen Preis von Ungarn frustriert über die Leistung seines Red Bull-Boliden. Nach dem Qualifying zum Formel-1-Rennen beschrieb er das Auto als „aerodynamisch einfach komplett kaputt“ und fügte hinzu: „Es wird einfach immer schlimmer. Was für ein Witz.“ Der viermalige Weltmeister erlebte nach eigenen Angaben in dieser Saison bereits viele Tiefpunkte, doch das Qualifying in Ungarn bot ihm eine neue Erfahrung.
Verstappen verlor auf seiner letzten Qualifikationsrunde die Kontrolle über sein Fahrzeug und drehte sich, wodurch er einen Spitzenplatz für das Rennen am Sonntag verpasste. Er betonte, dass das gesamte Wochenende schwierig gewesen sei, sich der Zustand des Autos aber besonders im Qualifying verschlechtert habe. Er sprach von „Autoverschleiß“ statt „Reifenverschleiß“.
Der Niederländer berichtete von ständig neuen und unterschiedlichen Problemen, die auftauchen, was er als das größte Problem ansieht. Trotz eines Vertrags bis 2028 wird weiterhin über seine Zukunft spekuliert. In Budapest startet Verstappen von Platz vier.

Probleme bei Red Bull und Hadjars Einschätzung
Im Qualifying auf dem Hungaroring hatten beide Red Bull-Fahrer, Max Verstappen und Isack Hadjar, mit Drehern zu kämpfen. Hadjar drehte sich im Q2-Segment in der Schumacher-Kurve (Kurve 12), nachdem er zu weit über den äußeren Randstein gefahren war. Verstappens Dreher im entscheidenden Q3-Segment war auf Übersteuern in der letzten Kurve vor Start/Ziel, der Szisz-Kurve, zurückzuführen.
Obwohl Verstappen das Qualifying als Sechster beendete und Hadjar als Achter, wird Verstappen am Sonntag von P4 starten. Dies ist auf die Rückversetzung von Lewis Hamilton und Kimi Antonelli um jeweils drei Startplätze zurückzuführen. Verstappen zeigte sich mit seinem Auto alles andere als zufrieden und erklärte gegenüber Sky, dass jede Runde schlechter gewesen sei als die vorherige, und dass aerodynamisch etwas nicht stimmte, was ein großes Problem im Qualifying darstellte.
Auf die Frage, ob das Team den RB22 an diesem Wochenende noch in ein vernünftiges Arbeitsfenster bringen könne, antwortete Verstappen, dies sei „im Grunde genommen unmöglich.“ Er beschrieb das Wochenende als extrem schwierig und das Qualifying als „quasi hoffnungslos“, da nichts getan werden konnte. Er ging sogar so weit zu sagen, dass das Wort „verzweifelt“ für ihn nicht mehr existiere, da er diesen Punkt bereits überschritten habe.

Verstappen war im Q1-Segment noch Zweitschnellster und im Q2-Segment Sechstschnellster, bevor er im Q3-Segment nach seinem Dreher erneut Sechstschnellster wurde. Er schilderte, dass das Auto am Kurveneingang komplett unruhig sei und man sich auf das Heck überhaupt nicht verlassen könne. Wenn versucht werde, dies über die Front auszubalancieren, beginne das Auto zu untersteuern. Er bemerkte, dass in der kurzen Zeit vom FT3 zum Qualifying viele unkontrollierbare Probleme aufgetreten seien.
Das Auto sei von Runde zu Runde schlechter geworden, und je mehr Runden er gefahren sei, desto schwieriger sei es geworden, eine Runde zusammenzubekommen. Verstappen betonte, dass dies für das Rennen behoben werden müsse, da das Auto so nicht fahrbar sei. Bezüglich seines Drehers erklärte er, dass das Heck in dem Moment, als er eingelenkt habe, nicht da gewesen sei, was er als „wirklich verrückt“ bezeichnete. Das Team habe einen Verlust der aerodynamischen Performance festgestellt, der immer schlimmer wurde.
Auch Isack Hadjar sprach von einem „sehr enttäuschenden Qualifying“ und äußerte ähnliche Ansichten wie Verstappen. Er stellte fest, dass im Verlauf des Wochenendes keine Fortschritte gemacht wurden und das, was man gesehen habe, das Maximum sei, das momentan im Auto stecke. Mit dem alten Heckflügel sei Red Bull derzeit nur das viertschnellste Auto, was für ihn nicht ausreichend ist.
Hadjar glaubt nicht daran, dass Red Bull dem RB22 über Nacht ein gutmütigeres Handling beibringen kann. Er betonte, dass das Gesehene das Maximum sei und es wehtue, nur das viertschnellste Auto zu haben. Für die 70 Runden im Rennen am Sonntag erwartet Hadjar, dass Überholen schwierig wird und er wohl gleich in der ersten Runde alles geben muss, da es voraussichtlich nicht viele weitere Gelegenheiten geben wird.
Ergebnisse und Strafen im Qualifying
Im Qualifying entriss Lando Norris in einem spannenden Finish Lewis Hamilton die 105. Pole-Position seiner Formel-1-Karriere und durchbrach die Dominanz von Mercedes in dieser Saison. Der McLaren-Pilot sicherte sich mit einer starken letzten Runde seine erste Pole nach dem Weltmeistertitel und feierte zum 17. Mal in seiner Laufbahn Startplatz eins.
Hamilton und WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli erlebten jedoch ein unerfreuliches Nachspiel durch die Rennkommissare. Im elften Rennen dieser Saison und dem letzten vor der Sommerpause steht erstmals kein Mercedes ganz vorn. Antonelli wurde in der hektischen Schlussphase nur Vierter, rückte nach einer Strafe gegen Hamilton vorübergehend einen Platz vor, bevor er selbst eine Strafe von drei Positionen erhielt, was ihn auf Platz sieben brachte.
Gegen den 19-jährigen Italiener hatten die Rennkommissare wegen angeblich zu schnellen Fahrens während einer Gelb-Phase nach einem Dreher von Verstappen ermittelt. Antonelli räumte ein, dass die Pole für ihn außer Reichweite war. Die Stewards befanden später, dass der WM-Führende nicht ausreichend verlangsamt hatte.
Sein Mercedes-Teamkollege George Russell, der durch ein Wasserleck am Auto ausgebremst wurde, wurde nachträglich Sechster. Mercedes-Teamchef Toto Wolff äußerte sich enttäuscht über die Leistung und das Zuverlässigkeitsproblem bei Russell. Er wusste, dass Budapest schwierig werden würde und die Strecke eher für McLaren und Ferrari geeignet sei.
Norris verwies Hamilton mit einem knappen Vorsprung von 0,012 Sekunden auf den zweiten Platz. Die Stimmung von Hamilton verdüsterte sich später, als die Stewards einen Vorfall mit McLaren-Fahrer Oscar Piastri am Ende des Qualifyings untersuchten. Sie entschieden auf „unnötige Behinderung“ durch Hamilton, was zu einer Strafversetzung um drei Ränge auf Position fünf führte. Hinter Pole-Mann Norris startet nun Hamiltons Ferrari-Teamkollege Charles Leclerc von Rang zwei vor Piastri. Hamilton war der 105. Pole-Position seiner Karriere sehr nahe, seine letzte hatte er vor drei Jahren und drei Tagen ebenfalls in Budapest geholt, wo er mit acht Erfolgen Rekordgewinner ist.
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Source: welt.de