Mertesacker äußert sich zu seiner künftigen Rolle als DFB-Geschäftsführer

Per Mertesacker, der Weltmeister von 2014, hat sich in einem Instagram-Beitrag zu seiner bevorstehenden Rolle als Sport-Geschäftsführer beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) geäußert. Er wird die Nachfolge von Andreas Rettig antreten und seine Position zum 1. Januar 2027 übernehmen. DFB-Präsident Bernd Neuendorf hatte zuvor bekannt gegeben, dass Mertesacker einen Vertrag bis 2030 erhalten wird.
Mertesacker betonte in seinem Beitrag, dass der deutsche Fußball eine Herzensangelegenheit für Millionen Menschen sei, die Generationen verbinde und bleibende Momente schaffe. Die Möglichkeit, ab 2027 Verantwortung beim DFB zu übernehmen, erfülle ihn mit großer Demut. Er sieht die Weiterentwicklung des deutschen Fußballs, insbesondere des Nachwuchses, als eine große Aufgabe und seine Motivation. Er drückte seine Begeisterung aus, gemeinsam mit vielen Menschen den deutschen Fußball in die Zukunft zu führen.
Mertesackers Weg zum DFB
Der frühere Abwehrspieler, der 41 Jahre alt ist, war bei der Pressekonferenz zur Vorstellung des neuen Bundestrainers Jürgen Klopp nicht anwesend, da er seine neue Funktion erst später antritt. Neuendorf erklärte, dass der Verband Mertesacker Ende des Jahres in einer gesonderten Presserunde vorstellen werde.
Mertesacker nannte drei Schlüsselmomente, die er mit dem DFB und der Nationalmannschaft verbindet. Dazu gehört der Gewinn der Europameisterschaft 1996 durch Oliver Bierhoffs Golden Goal, der seine Begeisterung in Leidenschaft verwandelte. Im Jahr 2002 fieberte er als Fan beim WM-Finale mit. Ein Anruf von Jürgen Klinsmann im Jahr 2004 veränderte sein Leben, als er Teil der Nationalmannschaft wurde.
Es folgten zehn Jahre mit der Nationalmannschaft, in denen er an fünf großen Turnieren teilnahm und jedes Mal mindestens das Halbfinale erreichte. Den Höhepunkt bildete der Weltmeistertitel 2014. Mertesacker absolvierte insgesamt 104 Länderspiele für Deutschland.
Er blickt auf eine Karriere mit Kontinuität zurück, in der er für vier Vereine spielte: TSV Pattensen, Hannover 96, Werder Bremen und Arsenal London. Zudem trug er zehn Jahre lang das Trikot der Nationalmannschaft.

Verantwortung für Nationalmannschaften und Akademie
Mertesacker wird der erste Weltmeister von 2014 sein, der eine höhere Position beim DFB einnimmt. Er wird für die Bereiche Nationalmannschaften, einschließlich der Frauen-Nationalmannschaften, und die Akademie verantwortlich sein. Diese Rolle scheint angesichts seiner vorherigen Laufbahn nach dem Karriereende als Fußballer passend.
Von 2018 bis zum Sommer dieses Jahres leitete er die Akademie des FC Arsenal, die als eine der renommiertesten Nachwuchsakademien Europas gilt. Neuendorf hob Mertesackers Arbeit dort hervor. Während seiner Zeit als Nachwuchschef debütierten mehr als zwanzig ehemalige Arsenal-Jugendspieler im Profiteam, darunter der englische Nationalspieler Bukayo Saka.
Bei seinem Abschied in London im Mai bezeichnete Arsenal-Trainer Mikel Arteta Mertesacker als „Legende“ und lobte seine Leistungen als Spieler sowie seine Arbeit in der Akademie. Mertesacker selbst äußerte sich zu seiner Philosophie: „Mit Demut, dem Willen, hart zu arbeiten, und der nötigen Geduld wollen wir die Talente und Persönlichkeiten fördern, die den Unterschied ausmachen.“
Die Frage, wie intensiv Mertesacker die Entwicklung deutscher Talente im Verband begleiten kann, die hauptsächlich in den Vereinen gefördert werden, bleibt offen. Auch ob eine Vertragszeit von vier Jahren ausreicht, um Ergebnisse seiner Arbeit zu sehen, wird diskutiert. Mertesacker hatte zuvor in einem Interview über seine Arbeit in London gesagt, dass die Veränderung im Jugendbereich mindestens sieben bis zehn Jahre dauere, obwohl er anfangs dachte, er könnte die Welt in zwei bis drei Jahren verändern.
Mertesacker hatte bereits als TV-Experte im ZDF seine Ansicht geäußert, dass im deutschen Fußball einiges schieflaufe und sich die „große Fußballnation Deutschland“ umschauen müsse. Er betonte, dass sich viele Menschen hinterfragen müssten, ob dies der Anspruch des deutschen Fußballs sei. Der Kontakt zum DFB sei laut Mertesacker nie abgerissen, und in der letzten Woche vor der Bekanntgabe seiner neuen Rolle sei noch einmal „ein bisschen Dynamik reingekommen“.
Die Unterstützung für Mertesacker kam auch von Persönlichkeiten wie Uli Hoeneß und Lothar Matthäus. Da Rudi Völler weiterhin Sportdirektor bleibt, war zunächst unklar, wo Mertesackers Einflussbereich liegen würde. Nun wird er als Verantwortlicher für die Nationalmannschaften und die Akademie tätig sein, wobei sein Vorgänger Andreas Rettig diese Aufgaben bis zum Jahresende erfüllt.
Mertesacker wird seine neue Position beim DFB am 1. Januar 2027 antreten.
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Source: bild.de