Eintracht Frankfurt bereitet sich am Chiemsee unter Adi Hütter vor

Eintracht Frankfurt und die Hütter-Gaudi am Chiemsee - Frankfurter Rundschau

Vorbereitung unter besonderen Umständen

Eintracht Frankfurt absolviert sein Trainingslager in Grassau am Chiemsee, wo Trainer Adi Hütter mit einer noch nicht vollständigen Mannschaft arbeitet. Die Vorbereitung auf die neue Saison beinhaltet auch Testspiele, von denen eines, gegen den türkischen Klub Trabzonspor, unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden wird. Dies ist auf eine behördliche Anordnung zurückzuführen, die ihre Ursprünge in Vorfällen aus dem Jahr 2015 hat, als es nach einem Testspiel gegen Leeds United zu Auseinandersetzungen kam.

Die Eintracht bedauerte die Notwendigkeit, das Testspiel geheim zu halten, da die Anwesenheit von Fans bei Testspielen auf kleineren Sportanlagen in einigen Regionen nicht mehr erwünscht ist. Trotz dieser Umstände konzentriert sich Trainer Hütter darauf, sein Team optimal auf die kommende Spielzeit vorzubereiten, die unter dem Motto der Versöhnung stehen soll.

Kaderumbruch und Erwartungen

Der Kader der Eintracht befindet sich in einem umfangreichen Umbruch. Spieler wie Nathaniel Brown und Aurèle Amenda haben den Verein verlassen, während Can Uzun, Ellyes Skhiri und Ritsu Doan wieder ins Team integriert werden. Andere Spieler wie Arthur Theate, Fares Chaibi, Ayoube Amaimouni und Elye Wahi werden erst Anfang August zurückerwartet. Der Sportvorstand Markus Krösche steht unter Druck, den Kader zu verschlanken und zu verstärken.

Es wird erwartet, dass der Kader im Laufe der Vorbereitung ein anderes Gesicht bekommen wird, und die endgültige Zusammensetzung für die erste Saisonhälfte nach Schließung des Transferfensters am 2. September ist noch ungewiss. Spieler wie Niels Nkounkou, Eric Dina Ebimbe und Jessic Ngankam, die zuletzt ausgeliehen waren, könnten den Verein verlassen. Auch für Spieler wie Michy Batshuayi und Noel Futkeu, der für 1,3 Millionen Euro zurückgekauft wurde, um ihn gewinnbringend weiterzuverkaufen, gibt es Abgangsgedanken.

Adi Hütter kehrt fünf Jahre nach seinem ersten Engagement bei der Eintracht zurück an den Main.
Adi Hütter kehrt fünf Jahre nach seinem ersten Engagement bei der Eintracht zurück an den Main. Credit: fr.de

Die Eintracht erhofft sich Einnahmen, beispielsweise aus einem möglichen Verkauf von Elye Wahi, für den der Verein 20 Millionen Euro erwartet. Diese Einnahmen sollen reinvestiert werden, möglicherweise in Arnaud Kalimuendo. Trainer Hütter drängt auf Verstärkungen, insbesondere im Mittelfeld, wo Raphael Onyedika von Brügge als Top-Kandidat gilt, sowie in der Offensive, auf den defensiven Außenbahnen und in der zentralen Verteidigung.

Hütters Rückkehr und die neue Ausrichtung

Die Rückkehr des mittlerweile 56 Jahre alten Österreichers Adi Hütter als Trainer markiert eine Kurskorrektur für die Eintracht. Nach einem Intermezzo mit Albert Riera wird die Bedeutung von Verlässlichkeit im Verein wieder stärker betont. Hütter, der die emotionale Dynamik des Standorts Frankfurt aus seinen früheren Jahren bis 2021 kennt, soll dem Team zu mehr Intensität und Verlässlichkeit in den Abläufen verhelfen.

Die Eintracht hatte eine Saison hinter sich, die den eigenen Ansprüchen nicht genügte, und verpasste die Qualifikation für den Europapokal. Hütters Ansatz, den er in Monaco weiterentwickelt hat, legt Wert auf mehr Ballbesitzkontrolle und eine bessere Balance zwischen Angriffslust und Verteidigungspflicht. Der Start in das Projekt verlief komplikationslos, und der 7:1-Sieg im Testspiel gegen den FC Gießen lieferte erste Eindrücke, auch wenn der Umbau noch umfangreich ist. Die erste Vorbereitungsphase endet mit einem Spiel gegen Waldhof Mannheim am 1. August um 17 Uhr.

Read Also

Source: fr.de

Julia Neumann ist Sportredakteurin und berichtet über Fußball, Sport und aktuelle Ereignisse.